
Beim ESC Congress 2026 in München setzte sich die Initiative Herzklappe für eine stärkere und systematische Beteiligung von Patientinnen und Patienten an Prävention und Gesundheitsversorgung ein. Beim Patient Engagement Symposium brachte unser Vorsitzender Jens Näumann die Sicht der Betroffenen in die Diskussion ein. Im Zentrum stand die Frage, wie Patientenbeteiligung zu einem festen Bestandteil der Versorgung werden kann.
Der ESC Congress 2026 fand vom 28. bis 31. August in der Messe München und online statt. Der von der European Society of Cardiology (ESC) veranstaltete Kongress zählt zu den weltweit bedeutendsten Fachveranstaltungen für Herz-Kreislauf-Medizin. Rund 30.000 Teilnehmende aus mehr als 150 Ländern kamen zusammen, um aktuelle Entwicklungen in Forschung, Medizin und Versorgung zu diskutieren.
From Risk to Responsibility
Unter dem Leitgedanken „From Risk to Responsibility“ befasste sich das Patient Engagement Symposium mit der Frage, wie sich die kardiovaskuläre Prävention weiterentwickeln muss und welche Rolle Patientinnen und Patienten dabei übernehmen können.
Für die Initiative Herzklappe nahm Jens Näumann an der Diskussion teil. Gemeinsam mit Chloe Greene und Penilla Gunther vertrat er die Patientenperspektive. Thematisiert wurden unter anderem Patientenvertretung und Zugang zur Versorgung, die Kommunikation zwischen den verschiedenen Akteuren im Gesundheitswesen sowie die Voraussetzungen für eine dauerhafte und systematische Beteiligung von Betroffenen.
Das große Interesse an der Veranstaltung – das Symposium war bis auf den letzten Platz besetzt – zeigte, welche Bedeutung diese Fragen inzwischen haben und wie stark das Thema Patientenbeteiligung in den Fokus rückt.
Patienten als aktive Partner
Für die Initiative Herzklappe ist entscheidend: Patientinnen und Patienten sollten Prävention, Therapie und Versorgung nicht nur in Anspruch nehmen, sondern als aktive Partner an ihrer Gestaltung beteiligt sein.
Ihre Erfahrungen ergänzen medizinisches Fachwissen um eine wichtige Perspektive. Betroffene wissen, wo Informationen fehlen, welche Hürden im Versorgungsalltag bestehen und was sie benötigen, um Entscheidungen über ihre Gesundheit informiert mittragen zu können. Dieses Wissen sollte frühzeitig in die Gestaltung von Prävention und Versorgung einfließen.
Der Austausch beim ESC Congress 2026 hat deutlich gemacht, dass Patientenbeteiligung von Anfang an mitgedacht werden muss – bei medizinischen Entscheidungen ebenso wie bei der Weiterentwicklung von Versorgungsstrukturen und in gesundheitspolitischen Debatten.