
Am 26. Januar 2026, dem bundesweiten Tag der Patientinnen und Patienten, fand nach intensiver Vorbereitung unser Forum Herzgesundheit – Patienten. Gemeinsam. Stark. in Berlin statt.
33 Vertreterinnen und Vertreter von insgesamt 24 Patientenorganisationen kamen zusammen, um zu diskutieren, wie die Stimme von Patientinnen und Patienten bei der Umsetzung des EU-Safe Hearts Plans in Deutschland stärker berücksichtigt werden kann.
Sofort wurde deutlich, wie wertvoll die gelebten Erfahrungen aller Teilnehmenden sind. Offen, konstruktiv und hoch engagiert wurden Perspektiven ausgetauscht – und es entstand eine Dynamik, die zeigt: Gemeinsam können wir echte Veränderungen anstoßen.
Die Speaker:innen Dr. Anna Brand, Chefärztin am Vivantes Klinikum für Gesundheit GmbH, Alexandra von Korff, Patient Advocate Onkologie und Eric Seitz, Gründer und CEO der Agentur für Patient Partnership PARTNERSEITZ, bereicherten die Veranstaltung mit wertvollen Impulsen, insbesondere aus dem Bereich Shared Decision Making (=gemeinsame Entscheidungsfindung). Damit wird ein strukturierter Prozess bezeichnet, bei dem medizinische Fachpersonen gemeinsam mit Patientinnen und Patienten Entscheidungen treffen – basierend auf medizinischem Wissen und den Präferenzen, Werten und Lebensumständen der Patient:innen.
Wozu jetzt so ein Forum? – Die gesundheitspolitische Bedeutung
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weiterhin die häufigste Todesursache in Deutschland und gehören zu den größten vermeidbaren Belastungen des Gesundheitswesens. 2023 verursachten sie laut Statistischem Bundesamt Behandlungskosten von 64,6 Milliarden Euro – Tendenz steigend.
Mit dem EU-Safe Hearts Plan hat die Europäische Kommission einen ambitionierten Rahmen geschaffen, um Prävention, Früherkennung, Versorgung, Digitalisierung und gesundheitliche Chancengleichheit europaweit zu stärken.
Die erfolgreiche Implementierung dieses Plans in Deutschland ist daher nicht nur gesundheitspolitisch notwendig – sie ist eine gesellschaftliche Aufgabe.
Unser Forum hat klar gezeigt: Patientenbeteiligung ist dafür unverzichtbar.
Weltweite und europäische Studien belegen, dass die systematische Einbindung von Patientinnen und Patienten die Zielgenauigkeit, Akzeptanz und Praxistauglichkeit gesundheitspolitischer Maßnahmen deutlich erhöht. Genau dieses Erfahrungswissen haben wir im Forum zusammengetragen – und übersetzen es nun in konkrete Schritte.
Ergebnisse des Forums: Sichtbarkeit. Vernetzung. Einfluss.
Im Austausch wurde deutlich, dass die Patientencommunity drei Faktoren benötigt, um gesundheitspolitisch wirksamer zu werden:
- Sichtbarkeit: Die Anliegen der Betroffenen müssen klarer in der öffentlichen Debatte verankert sein.
- Vernetzung: Ein starker Zusammenhalt zwischen Patientenorganisationen schafft politische Schlagkraft.
- Positionierung: Mit geeinter Stimme können wir einen relevanten Beitrag zur Umsetzung des EU-Safe Hearts Plans leisten.
Die im Forum gewonnenen Erkenntnisse fließen nun in konkrete Initiativen ein, um die Patientenperspektive dauerhaft im gesundheitspolitischen Diskurs zu platzieren.
Unsere erste gemeinsame Aktion:
In Kürze versenden wir einen gemeinsamen Brief an die Bundesgesundheitsministerin, die parlamentarischen und beamteten Staatssekretär:innen des Bundesgesundheitsministeriums, die Gesundheitsminister:innen der Länder, die gesundheitspolitischen Sprecher:innen der Bundestagsfraktionen sowie an den Patientenbeauftragten der Bundesregierung. Mehr dazu in unserem nächsten Beitrag.